#WirSindZwickauSoWieEsIst · Teil 3

Schuhmacher Herr Wagner

Ein Besuch in der Äußeren Plauenschen Straße bei einem Handwerker, der seiner Arbeit bis heute verbunden ist.

Archivbeitrag: Angaben, Termine und Verfügbarkeiten beziehen sich auf den ursprünglichen Beitrag vom 02.02.2026.

𝗧𝗲𝗶𝗹 3 𝗜𝘀𝘁 𝗱𝗮𝘀 – 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗿 𝗱𝗲𝗿 𝗹𝗲𝘁𝘇𝘁𝗲𝗻 𝗦𝗰𝗵𝘂𝘀𝘁𝗲𝗿 𝗶𝗻 𝗭𝘄𝗶𝗰𝗸𝗮𝘂?🥾 Dieser Beitrag gehört zu meiner Serie „Wir sind Zwickau – so wie es ist“ und geht auf einen Tipp von Kerstin van den Bosch zurück. Sie hatte mir geschrieben, dass es in der Äußeren Plauenschen Straße noch einen echten Schuhmacher geben soll, der das Handwerk von Grund auf gelernt hat. Gemeint war Herr Wagner. Am Wochenende war ich dort, habe das Schaufenster fotografiert, das Geschäft war geschlossen. Heute habe ich angerufen und persönlich mit ihm gesprochen.

Er ist 68 Jahre alt, führt den Laden seit 35 Jahren und hat mittlerweile nur noch montags geöffnet, von 9 bis 17 Uhr. Er sagte, dass er es noch macht, um seine Rente etwas aufzubessern. Vielleicht macht er es, weil er nicht loslassen kann, vielleicht aber auch, weil es ihm schwerfällt. Man weiß es nicht genau. Was man spürt, ist, dass er viele Kunden hat, die sein Handwerk wertschätzen, viele Menschen, die ihn über Jahre begleitet haben, die genau wissen, was sie an ihm haben und die ihn vermissen würden, wenn es diesen Laden irgendwann nicht mehr gibt.

Solche Schritte fallen nie leicht, egal ob man sie freiwillig geht oder irgendwann gezwungen ist. Es ist gut, dass er noch da ist.Ich erinnere mich noch an einen Schuster aus meiner Kindheit in Marienthal. Ein kleines Haus am Anfang der Lerschstraße, gegenüber. Das Gebäude wurde längst abgerissen, aber ich weiß noch, dass dort ein Schuster war. Man brachte die Schuhe hin, ganz selbstverständlich.Früher hatten wir in Zwickau nicht nur viele Schuhmacher, sondern auch eine richtige Schuhindustrie. Ein Beispiel war der VEB Schuhfabrik „modas“, die früher in Planitz angesiedelt war.

Dort wurden Schuhe industriell gefertigt, in Stückzahlen, die man sich heute kaum noch vorstellen kann. Es gab daneben auch viele kleinere Betriebe und Werkstätten, verteilt über die ganze Stadt. Viele der Gebäude stehen heute nicht mehr, sie wurden abgerissen oder umgenutzt. Die Schuhe, die damals gefertigt wurden, hatten eine ganz andere Qualität als das, was man heute oft bekommt. Sie hielten jahrelang. Ich bin ehrlich gesagt schon froh, wenn meine heutigen Schuhe überhaupt ein halbes Jahr überstehen, was selten genug der Fall ist.

Die Qualität ist spürbar schlechter geworden, selbst wenn irgendwo ein Markenname draufsteht. Das ist einfach nicht mehr dasselbe. Die alten Schuhe waren robuster, stabiler, reparierbar. Wenn doch mal etwas war, konnte man sie wieder herrichten lassen – so wie bei Wagner, dem Schuster in der Äußeren Plauenschen Straße.Wagner ist geblieben. Einmal in der Woche ist seine Tür noch offen. Einmal in der Woche kann man ihn erreichen. Wie lange das noch so sein wird, weiß niemand.Vielleicht ist er einer der letzten richtigen Schuhmacher in Zwickau.

Vielleicht gibt es noch einen anderen irgendwo, aber viele werden es nicht mehr sein. So sehe ich das, vielleicht du auch.Danke an Kerstin für den Hinweis. Ohne sie hätte ich diesen Ort vielleicht übersehen.Geöffnet ist montags von 9 bis 17 Uhr.Ein stiller Ort, der geblieben ist, während viele längst verschwunden sind. Hier zählt nicht Tempo, sondern Handwerk, Erfahrung und das, was man mit den Händen schafft.📍 Schuhmachermeister Wagner📍 Äußere Plauensche Straße 28, 08056 Zwickau📞 (0375 / 29 26 42)https://maps.app.goo.gl/1hEdqrFGZUCD9rV86 Hinweis: Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung aus Überzeugung – für Zwickau, für echtes Handwerk und für Menschen, die geblieben sind.❗Eines der beiden verwendeten Bilder ist ein Stockbild und dient lediglich zur Veranschaulichung. #WirSindZwickauSoWieEsIst #ZwickauImAlltag #OrteDieBleiben #HandwerkMitSeele #echtauszwickau #Zwickau #Menschen

Alle Geschichten ansehen ↗
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner