#WirSindZwickauSoWieEsIst · Teil 9

Zu Besuch beim Dachdecker Thilo

Eine urige Werkstatt mit Geschichte und ein Handwerker, der seinem Ort eine ganz eigene Atmosphäre gibt.

Archivbeitrag: Angaben, Termine und Verfügbarkeiten beziehen sich auf den ursprünglichen Beitrag vom 15.03.2026.

𝗛𝗲𝘂𝘁𝗲 𝗴𝗶𝗯𝘁 𝗲𝘀 𝗧𝗲𝗶𝗹 9 𝗺𝗲𝗶𝗻𝗲𝗿 𝗦𝗲𝗿𝗶𝗲 „𝗪𝗶𝗿 𝘀𝗶𝗻𝗱 𝗭𝘄𝗶𝗰𝗸𝗮𝘂 𝘀𝗼 𝘄𝗶𝗲 𝗲𝘀 𝗶𝘀𝘁“ 𝘀𝗰𝗵𝗼𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗻 𝗧𝗮𝗴 𝗳𝗿ü𝗵𝗲𝗿 𝗮𝗹𝘀 𝗴𝗲𝗽𝗹𝗮𝗻𝘁, 𝗱𝗮 𝘂𝗻𝘀 𝗱𝗲𝗿 𝗻ä𝗰𝗵𝘀𝘁𝗲 𝗕𝗲𝗶𝘁𝗿𝗮𝗴 𝘃𝗶𝗲𝗹𝗹𝗲𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗲𝘁𝘄𝗮𝘀 𝗹ä𝗻𝗴𝗲𝗿 𝗯𝗲𝘀𝗰𝗵ä𝗳𝘁𝗶𝗴𝗲𝗻 𝘄𝗶𝗿𝗱.😉 Gestern war ich bei Thilo – er ist Dachdecker von Beruf und ein Kunde, der vor einiger Zeit etwas bei mir bestellt hatte. Wie ich es auch bei anderen Kunden gerne mache, habe ich ihm das Gewünschte persönlich vorbeigebracht und ihn in seiner Werkstatt besucht. Die Bayern würden sagen, es ist dort richtig „urig“ 🪵. Das liegt wohl daran, dass es früher einmal das Räucherhaus einer Fleischerei war – ein Thema, das wir ja erst vor ein paar Tagen hatten.

Man merkt das heute noch richtig, denn in der gemütlichen Atmosphäre liegt immer noch dieser ganz feine, typische Räuchergeruch in der Luft, der dem Ganzen einen besonderen Charme verleiht 💨. Was mir an Thilo aber besonders gefallen hat, war schon mein erster Besuch: Da stand er in seiner typischen Handwerker-Kluft, der traditionellen Dachdecker-Tracht. Das Spannende ist ja, dass es für die verschiedenen Gewerke ganz unterschiedliche Ausführungen gibt. Man erkennt sie vor allem an den verschiedenen Farben und den speziellen Schnittmustern, die genau verraten, ob man einen Dachdecker, Maurer oder Zimmermann vor sich hat 👔.

Wer mehr darüber erfahren möchte, findet dazu viel im Internet; ich werde euch unten auch noch etwas dazu verlinken. Als ich ihn nun das zweite Mal besuchte, trug er eine Art Zimmermannskluft, da es schließlich Samstag war. So sind wir direkt auf das Thema gekommen, auf das ich hinaus möchte 🎯. Da ich von dieser besonderen Stimmung in seinem alten Räucherhaus so fasziniert war, wollte ich unbedingt darüber schreiben und er hat sofort zugesagt. Sein kleiner Ofen knisterte gemütlich in der Ecke, während er an seiner Drechselmaschine eine kleine Schale als Geschenk anfertigte ✨.

Hin und wieder trifft man sich hier auch mit Kollegen und quatscht über dies und das. Was mich besonders interessiert hat, war die Geschichte rund um das Handwerk. Dort, wo früher noch geräuchert wurde, spürt man auch heute noch die echte Leidenschaft für Holz und traditionelle Arbeit 🪚. Wir haben uns lange unterhalten, vor allem darüber, dass das typische Handwerk immer seltener wird. Weniger junge Leute entscheiden sich für diesen Weg, was viele Betriebe schmerzlich merken – auch Thilo hat in seinem Betrieb Schwierigkeiten, eine Nachfolge zu finden.

Oft brechen Lehrlinge ihre Ausbildung ab oder schlagen danach eine ganz andere Richtung ein, obwohl viele Betriebe extra ausbilden, um den Nachwuchs im eigenen Haus zu sichern 🛠️. Mir geht es dabei nicht um eine Diskussion über eine „Null-Bock-Generation“, sondern um das Allgemeine. Wir kennen es doch fast alle aus der Kindheit: Ob Vater, Onkel oder man selbst, jeder hat irgendwo gewerkelt, ob im Garten oder auf dem Dachboden. Mein Vater hatte dort eine kleine Werkstatt, in der wir gemeinsam gebastelt haben 🏠. Dieses Miteinander fehlt heute oft.

Vielen von uns wurde dieser Bezug damals einfach mitgegeben, während man in modernen Häusern kaum noch Werkstätten findet – höchstens noch in der Gartenlaube. Ich wollte euch einfach mal daran teilhaben lassen, weil viele Jugendliche es wohl ein Stück weit verlernt haben, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen 🙌. Um noch einmal zum Anfang zurückzukommen: Thilo hatte bei mir eine Tasse bestellt, bei der ihm die Großschreibung von „Glück Auf“ besonders wichtig war. Natürlich mache ich das gerne, wenn jemandem die typische Schreibweise am Herzen liegt ☕.

Es zeigt mir aber auch, dass unsere Kreativität gar nicht weit voneinander entfernt ist. Wäre ich nicht so aufgewachsen, dass man sich im kreativen Bereich eigene Gedanken macht, würde ich das heute vielleicht auch nicht tun. Ob Holz, Stein oder Metall – letztlich lässt jedes Handwerk etwas Bleibendes entstehen ⚒️. Dass dieser Bereich schrumpft, obwohl er so wichtig ist, ist schade. Dieser Besuch war eine wertvolle Erfahrung, besonders weil Traditionen wie die Zunftkluft dort noch aktiv gepflegt werden, was man heute kaum noch sieht.

Es ist ein ganz anderer Anblick als eine typische Firmenuniform. Es war ein schöner Austausch und ich danke Thilo sehr für seine Zeit 🤝.Wenn ihr meine Arbeit und diese Geschichten unterstützen mögt, schaut gerne mal im Shop vorbei. Neben Tassen und Uhren gibt es dort viele weitere handgemachte Kleinigkeiten zu entdecken. Es ist das Schönste für mich, wenn ich euch mit meinen Sachen eine Freude machen kann – denn damit macht ihr auch mir eine Freude 🎨✨.𝗗𝘂 𝗺𝗼̈𝗰𝗵𝘁𝗲𝘀𝘁 𝗮𝘂𝗰𝗵 𝗶𝗻 𝗺𝗲𝗶𝗻𝗲𝗿 𝗦𝗲𝗿𝗶𝗲 𝘃𝗼𝗿𝗸𝗼𝗺𝗺𝗲𝗻? Falls du selbst einen Ort in Zwickau kennst, der eine besondere Geschichte erzählt, oder wenn du mit deinem eigenen Unternehmen Teil von „WirSindZwickauSoWieEsIst“ sein möchtest, dann melde dich einfach bei mir!

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